Veranstaltungen

 

 

 

 

Herzliche Einladung zur Jahrestagung 2020

Unter dem Vorbehalt, dass angesichts der Maßnahmen zur Eindämmung der gegenwärtigen Corona-Pandemie in Deutschland die für den Herbst des Jahres geplanten Veranstaltungen stattfinden können, lädt der Vorstand der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft, Deutschsprachige Sektion e.V. alle Interessierten sehr herzlich zur Jahrestagung 2020 ein. Sie soll vom 1. - 4. Oktober wieder im Haus Hainstein in Eisenach stattfinden.

 

„Erinnerung an die Zukunft. Zur deutsch-deutschen Bonhoeffer-Rezeption“ wird das Thema dieser Jahrestagung sein. Wie ist Dietrich Bonhoeffer, sein Leben, sein Denken, sein Handeln in der Gesellschaft, in Politik und Kirche wahrgenommen worden? Gibt es hier markante Unterschiede im Vergleich zwischen der ehemaligen DDR und der BRD? Oder gibt es hier mehr Gemeinsamkeiten über die politischen Grenzen hinweg? Welche Sichtweisen und Impulse sind nach 1989 geblieben, welche sind überholt und aufgegeben worden? Wie wird Bonhoeffer gegenwärtig in Deutschland aufgenommen und wie könnte eine zukunftsweisende Rezeption in Deutschland und darüber hinaus aussehen? Diese und ähnliche Fragen haben uns bei der Planung des diesjährigen Tagungsthemas beschäftigt, und ihnen wollen wir mit der Unterstützung von Expertinnen und Experten aus dem kirchlichen wie aus dem universitären Leben gemeinsam um den Tag der deutschen Einheit herum ein Stück weit nachgehen. Dazu werden Vorträge und Impulsreferate gehalten, es wird Podiumsdiskussionen und Gesprächsrunden geben, Arbeitsgruppen und natürlich immer wieder Gelegenheit zum persönlichen Austausch zwischendurch und darüber hinaus. Über die Einzelheiten informiert Sie das genaue Tagungsprogramm hier in diesem Rundbrief.   

In der Zeit der Vorplanungen zu dieser Tagung war eine Corona-Pandemie noch außerhalb des Horizonts. Niemand von uns hat auch nur ansatzweise daran gedacht, dass sich unser öffentliches, aber auch unser privates Leben bei uns, in Europa und weltweit schlagartig und dermaßen gravierend in allen Bereichen ändern wird, wie es jetzt seit einigen Wochen der Fall ist. „Erinnerung an die Zukunft“ - dieser Ober-Titel der Jahrestagung, von der wir hoffen, dass sie, aber noch nicht wissen können, ob sie wie geplant stattfinden wird, bekommt nun noch unbeabsichtigt eine zusätzliche Bedeutung. Gewohnte Lebenszusammenhänge in der Kontinuität von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft brechen auf, hoffentlich nur als Unterbrechung und nicht als Abbruch. Selbstverständlichkeiten sind in Frage gestellt, Sicherheiten erweisen sich als labil, Sorgen und Zukunftsängste breiten sich aus. Sich als Einzelne und Einzelner trotz all dem im Licht der Osterbotschaft von der Auferstehung Christi getragen wissen von einer Gemeinschaft, ist ein Trost, für den wir dankbar sein können, der uns zuversichtlich in die Zukunft schauen lässt, auch auf unsere geplante Jahrestagung.

Wie gewohnt soll es auch dieses Mal wieder ein zum Thema passendes Rahmen- und Beiprogramm geben. Dazu gehört eine Exkursion wie ein Konzertabend, ein Forschungsforum genauso wie Andachten und ein Gottesdienst. Auch die jährliche Mitgliederversammlung unserer Gesellschaft soll als gewohnter Fixpunkt wieder während der Jahrestagung abgehalten werden. Ebenso wird es bei Bedarf das Angebot einer qualifizierten (kostenlosen) Kinderbetreuung zur Entlastung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern geben, die mit „Kind und Kegel“ kommen möchten und gerade auch als junge Familien herzlich willkommen sind.

Wenn uns die Entwicklungen der Corona-Krise in den kommenden Wochen und Monaten nicht zu anderen Entscheidungen zwingen, dann werden wir sicherlich wieder eine interessante und attraktive Tagung erleben können. Sich zu dieser anzumelden möchte ich Sie alle, die Sie diesen Text lesen, sehr herzlich einladen.

In gespannter Vorfreude und persönlich verbunden mit allen guten Wünschen für Sie und Ihre Gesundheit grüßt Sie herzlich

 

Ihr Hartmut Rosenau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Programm

Einladung Mitgliederversammlung

 

 

ibg-Jahrestagung 1. - 4. Oktober 2020 (Eisenach)


Übernachtung – Beköstigung – Tagungsgebühren


Tagungsanschrift: Haus Hainstein, Am Hainstein 16, 99817 Eisenach, Tel.: 03691-242-0


Für die Übernachtung inkl. Frühstück stehen 67 Zimmer zur Verfügung.

23 Einzelzimmer 65,00 € pro Nacht

32 Doppelzimmer 86,00 € pro Nacht und Zimmer (Einzelbelegung 80,00 €)


Ein Tagungsbeitrag für die Allgemeinkosten erhoben:

Für Teilnehmer(innen) aus den alten Bundesländern: 50,00 €
aus den neuen Bundesländern: 25,00 €

Kaffee und Tee in den Pausen vor- und nachmittags sind im Tagungsbeitrag enthalten.


Ermäßigungen:

Studenten, Doktoranden, Sozialhilfeempfänger usw. zahlen einen Pauschalsatz für die gesamte Tagung von 80,00 € im Doppelzimmer (Mahlzeiten werden auch von ihnen extra bezahlt) und keinen Tagungsbeitrag (bitte im Anmeldeformular entsprechend ankreuzen!)


Dazu kommen die Mahlzeiten (werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst bezahlt und in der Regel auf die Zimmerrechnung gebucht)

Zum Mittagessen (Tellergericht) und Abendessen (Büfett) werden folgende Preise berechnet: Teller 13,50 € / Seniorenteller 10,50 € / Kinderteller 8,50 €

und Getränke bei den Mahlzeiten.



Anmeldung bitte bis zum 1. August 2020:

Das Anmeldeformular finden Sie auf der folgenden Seite.


Wir erbitten die Anmeldung unter den gegebenen Umständen,

spätestens jedoch bis 1. August 2020.


Bei kurzfristiger Abmeldung sind folgende Kosten vom Absagenden zu zahlen, sofern kein Ersatz gefunden wird:

Ab 45 Tage vor der Tagung (22.08.2020 bis 05.09.2020) = 50 % der Kosten

Ab 30 Tage vor der Tagung (ab 06.09.2019) = 80 % der Kosten


 

Anmeldeformular

 

 

 

 

 

Rückblick:

 

 

Jahrestagung 2019

 

5. bis 8. September 2019 in Eisenach

Civilcourage. Bonhoeffers Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus und völkischem Denken

 

 Ein Ereignis besonderer Güte – von Stephan Born

 

Eine persönliche Rückschau auf die Jahrestagung der ibg deutschsprachige Sektion

vom 5. bis 8. September in Eisenach

 

Unter dem Thema „Civilcourage, Bonhoeffers Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus und völkischem Denken“ wurde der inhaltliche Faden mit der Vorstellung sozialempirischer Forschungsergebnisse der gegenwärtigen „Gesellschaft des Zorns“, so der Titel der hier sehr hilfreichen Analyse von Cornelia Koppetsch, in einem ersten Vortrag durch Prof. Dr. Friedrich Lohmann aufgenommen.

Mit der nüchternen Beurteilung der frühen Entwicklungslinien bei Bonhoeffer in seiner Stellung zur Ausgrenzung der Juden durch den „Arierparagraphen“ 1933, legte Dr. Nadine Hamilton die Frage vor, warum Dietrich Bonhoeffer nicht bereits hier über die Kirche hinaus, weiter, „politischer“ dachte, sondern noch verhaftet blieb, den traditionellen antijudaistischen Begriffen.

Schließlich eröffnete Dr. Judith Braun die pädagogische Perspektive zur Frage der Entwicklung von Zivilcourage. Der hier prägnant herausgearbeitete Beitrag Bonhoeffers für die Religionspädagogik nennt die maßgeblichen pädagogischen Anforderungen für unsere Zeit: Ermöglichen – kein Forcieren – Reflexion – Schaffung von Möglichkeiten – Formulierung von Glaubensinhalten – keine Handlungsanleitung – Ermutigung.

 

Über die Vorträge und Arbeitsgruppen hinaus, bestand für alle Interessierten die Möglichkeit eines Ausflugs unter dem Thema „30 Jahre Mauerfall“. Die Begegnungen in den Orten Treffurt und Großburschla, die vor dreißig Jahren in unmittelbarster Nähe zu den Grenzanlagen zwischen Ost und West lagen, machten auf die Gruppe der Bonhoeffer-Gesellschaft tiefen Eindruck.

Die bestimmte und abgewogene Auswahl aus dem Möglichen, lag Christina Vater in der Vorbereitung am Herzen, wobei auf Sehen und Begegnen, Aufnehmen des Konkreten großer Wert gelegt wurde. Eben einen Zugang gewinnen, für ein Verständnis von Geschichte und Gegenwärtigem.

 

Das Forschungsforum widmete sich der Vorstellung der Projekte junger Akademiker zu „Bonhoeffers Pneumatologie“, „Maskerade als Motiv in und Schlüssel zu Dietrich Bonhoeffers Theologie und Leben“ sowie der bereits abgeschlossenen Dissertation von Dr. Beate Schutte „Der leidende Mensch ist Gottes Ebenbild – Dietrich Bonhoeffers Widerspruch gegen den Sozialdarwinismus und seine Relevanz für den Lebensschutz und die Selbstbestimmung von Menschenmit Demenz“. Neben diesen ist besonders die Arbeit der Preisträgerin des diesjährigen Forschungspreises der ibg hervorzuheben: Dr. Judith Braun hat mit ihrer Dissertation „Dietrich Bonhoeffers gemeindepädagogisches Wirken im Rahmen seines Kirchenverständnisses“ Bonhoeffer einen Platz im Feld der Religionspädagogik gegeben.

 

Der kulturelle Teil des Samstag Abend gehörte dem Gernsheim Duo, das mit Klavier und Sopranstimme Stücke von ihrer aktuellen CD jüdischer Komponisten des 19.Jahrhunderts vortrug  und den Rahmen gab für die Lesung zu Fritz Bernstein, gehalten von Christoph Gann.

 

Den Abschluss der Jahrestagung beging die Bonhoeffer-Gesellschaft mit dem Besuch des Gottesdienstes am Sonntag Morgen in der Nikolaikirche in Eisenach. Prof. Dr. Hartmut Rosenau predigte zum Heilungsgeschehen aus der Apostelgeschichte 3,1-10. Heilungswunder sind nicht die Sache selbst. Die Sache ist das erhoffte Heil, was mehr ist als vorübergehendes Gesundsein. Und doch gehört dieses Gesundsein elementar zum Heil. Hierfür sind diese Wunder Gleichnisse. Gleichnisse für das Reich Gottes. Mit dem Wunder wird der Anlass gesetzt zur Predigt des Evangeliums von Jesus Christus dem Auferstandenen. Wunder geschehen und werden erzählt zum Lob Gottes, nicht um eines Spektakels willen. Es geht darin um angenommen sein und aufgerichtet werden. Wir sollten alles tun, Gesundheit zu fördern. Besonders die Rahmenbedingungen sichern, in denen dies geschehen kann und eine Klassengesellschaft im Gesundheitswesen verhindern. Denn Krankheit ist das, was nicht sein soll. Wo Krankheit dennoch ist und bleibt, bleiben auch wir mit unserer Annahme und Aufrichtung bei den Kranken, in dem Wissen darum, dass unsere Gesundheit auch nichts anderes ist, als ein wunderbares, zerbrechliches Gut.

 

Die besondere Güte der Jahrestagung der ibg deutschsprachige Sektion erwies sich zum einen in der hohen Qualität des vorbereiteten Programms, sowie derer, die es trugen und in der versierten Fachlichkeit bei großer Offenheit und Interesse an der anderen Perspektive.

Die besondere Güte in diesen Tage erwies sich zum anderen aber auch gerade in der fördernden Freiheit der Begegnungen und Gespräche, der Offenheit und dem Interesse am Anderen - und der freundlich zugewandten Aufnahme derer, die ein erstes Mal teilnahmen.

 

 

 

 

Jahrestagung im nächsten Jahr: 1. bis 4. Oktober 2020 in Eisenach

 

 

 

 

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